Von Simon Stölben, 24.10.11, 15:23h, aktualisiert 24.10.11, 15:35h
Dem Besucher bot sich ein vielfältiger Anblick – kurzes oder langes Haar, einfarbiges samtweiches oder geflecktes und strubbeliges Fell, kleine runde oder spitze lange Ohren, verwöhnt oder temperamentvoll. Wer ein glückliches Zuchthändchen bewies, konnte mit seiner Katze als Rasse- oder sogar Rheinlandsieger nach Hause fahren.
Einige Auszeichnungen hat die Pulheimerin Marianne Müller schon bekommen. Sie hat ein Faible für die sanften, ausgeglichenen Britisch-Kurzhaar-Katzen, die eine der beliebtesten Rassen sind und deren Geschichte bis ins 19. Jahrhundert geht. Ihre Zucht nennt sie nach der Brauweiler Benediktiner-Abtei „Abtei-Katzen“.
Lieb und zutraulich
Ihre 15 Wochen alten Katzen Nodine und Nila sind ihr besonders ans Herz gewachsen: „Sie sind einfach ganz knuffig, lieb und zutraulich. Züchten mag zwar heißen, die Katzen ständig verbessern zu wollen, aber es ist auch eine sehr emotionale Sache für mich“, sagte die Züchterin aus Brauweiler. „Die Britisch-Kurzhaar-Katzen sind so ausgeglichen und ruhig, fast wie der Kater Garfield aus den Cartoons. Die Parallelen bringen mich manchmal richtig zum Lachen.“ Etwas anders verhält es sich mit den Norwegischen Waldkatzen von Melanie Kaufmann. „Diese Langhaarkatzen sind eher groß, robust, kräftig, beherzt und tragen noch viel Ursprüngliches in sich“, erzählt die Züchterin aus Grafschaft bei Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Sie sind neugierig auf die Welt und haben einen großen Drang zum Spielen. Daher sind sie ideal für Kinder.“ Der letzte Wurf in ihrer an Harry Potter angelehnten „Kneazle-Burg“ brachte stolze sieben Babys. „Es gibt alle paar Jahre immer wieder größere Würfe. Dieses Mal scheinen wir so ein Glücksjahr erwischt zu haben“, sagte die Züchterin.
Doch nicht nur die Norwegischen Waldkatzen bewiesen, dass wildere Arten wieder stark im Kommen sind. Auch die schlanken, leopardartigen Bengalen-Katzen von Andrea und Michael Säum aus Köln-Fühlingen erfreuten sich großer Beliebtheit. Die ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum stammenden Tiere wurden erst in den 80er Jahren zum ersten Mal domestiziert.
„Es sind recht seltene und außergewöhnliche Katzen“, erklärt Michael Säum. „Bemerkenswert sind vor allem die motorischen und die Lernfähigkeiten dieser Rasse. Unsere beiden Tiger können mit ihren Pfoten zum Beispiel ohne Probleme Schubladen öffnen.“ Mikie und Eliza kommen „von den Domtürmen“ – so heißt die noch relativ junge Zucht der Eheleute. „Wilde Katzen sind einfach eine Herausforderung für uns. Wir haben sehr große Freude an ihnen“, sagt Andrea Säum.
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