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Theater

Liebevolles Wohnen

Von Joachim Röhrig, 04.04.11, 16:44h

Der Theaterverein "Frohsinn" aus Hüchelhoven führte einen turbulenten Schwank auf. Es ging um betreutes Wohnen und um eine besondere Art liebevoller Betreuung - ein Quelle der Verwechslungen.

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Was passiert, wenn man in ein und derselben Pension sowohl „betreutes Wohnen“ als auch Zimmer für gewisse Stunden anbietet, zeigte der Theaterverein „Frohsinn“ im Schwank „MuschdieKuschel“. (Bild: Röhrig)
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Was passiert, wenn man in ein und derselben Pension sowohl „betreutes Wohnen“ als auch Zimmer für gewisse Stunden anbietet, zeigte der Theaterverein „Frohsinn“ im Schwank „MuschdieKuschel“. (Bild: Röhrig)
Bergheim - „Dieses Stück ist ein echter Glücksgriff. Schon bei den Proben sind wir aus dem Lachen kaum rausgekommen. Und das ist immer ein gutes Indiz dafür, dass es auch dem Publikum gefallen wird“, war sich Torsten Schmidt seiner Sache bereits im Vorfeld sicher.

Der Laienschauspieler vom Theaterverein „Frohsinn“ sollte Recht behalten: Die pfiffige Inszenierung von Erich Kochs turbulentem Schwank „MuscheldieKuschel“ entpuppt sich am Wochenende bei den beiden gut besuchten Aufführungen in der Hüchelhovener Mehrzweckhalle in der Tat als Volltreffer.

Der Dreiakter spielt in der zunächst kurz vor der Pleite stehenden Dorfpension des armen Hans (Dietmar Kunath). Doch Bürgermeister Gustav (Kai Gladbach) hat die rettende Idee: Die Herberge bekommt kurzerhand eines neues doppelgleisiges Geschäftskonzept.

Im linken Gebäudeteil werden für 400 Euro die Woche fortan Zimmer für „Betreutes Wohnen“ vermietet; rechts entsteht das Etablissement „Chez Jean“, in dem sich im die Dorf zahlreich vertretenen Freundinnen und Freunde des Fremdgehens für 400 Euro die Stunde diskret vergnügen können. Personal ist schnell gefunden: Die resolute türkische Pflegekraft Aise (Christa Lutz) soll sich um die Senioren kümmern, die charmante Französin Chantal (Jennifer Kunath) um die Liebespaare.

Es kommt, wie es in einem guten Schwank kommen muss: Zielsicher steuern die zahlreich eintreffenden Gäste die jeweils falschen Zimmer an, die Liebespaare müssen stets mit ungebetenem Besuch ihrer rechtmäßigen Ehepartner rechnen, und die ausländischen Angestellten sorgen mit ihren Sprachdefiziten zusätzlich für Verwirrung. Doch nach zweieinhalb Stunden voller Kalauer, Verwechslungen, derber Späße, Wortwitz und Situationskomik findet am Ende doch jedes Töpfchen das passende Deckelchen.

Dass die elf allesamt überzeugend agierenden Darsteller das Ganze immer mal wieder mit einer Prise Lokalkolorit würzten und dass auch der bewährte Bühnenbildner Reinhold Gladbach astreine Arbeit abgeliefert hatte, machte den Spaß perfekt – sehr zur Freude der neuen „Frohsinn“-Regisseure Dietmar Kunath und Hermann-Josef Hickert. Sie haben ein großes Erbe angetreten. Nach dem Tod seines langjährigen Regisseurs Karl Heinz Cziharsch hatte das Ensemble im vergangenen Jahr eine Spielpause eingelegt, sich dann aber entschlossen, die 80-jährige „Frohsinn“-Tradition unter neuer Führung doch fortzuführen. „Dieses Stück haben wir auch für Karl Heinz gespielt“, sagt Torsten Schmidt, „in Gedanken ist er immer noch bei uns, und es ist bestimmt ganz in seinem Sinne, dass wir weiter Dorftheater für Rheidt-Hüchelhoven machen.“



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