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Stollenwerk

Als Pferde noch den Pflug zogen

Von Anja Musick, 22.08.10, 16:23h, aktualisiert 22.08.10, 16:52h

Die Gemüse-Firma Stollenwerk produziert seit 25 Jahre in Düren-Merzenich. Josef Stollenwerk ist 80 Jahre alt geworden. Beides wurde jetzt auf Burg Bergerhausen in Kerpen-Blatzheim gefeiert.

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Adrett aufgereiht wie Balletttänzerinnen - so präsentieren sich die alten Traktoren aus der Sammlung alter Landmaschinen der Familie Stollenwerk.
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Adrett aufgereiht wie Balletttänzerinnen - so präsentieren sich die alten Traktoren aus der Sammlung alter Landmaschinen der Familie Stollenwerk.
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Willy Stollenwerk fährt bei der Landmaschinenschau mit.
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Josef Stollenwerk fährt einen Traktor aus dem Jahr 1936.
Kerpen - Traktoren, Pflüge, Hackmaschinen, Mähdrescher, Bohnenpflücker, Kartoffelroder, Kohlernter - der Zug der Landmaschinen auf dem Areal rund um die Burg Bergerhausen nimmt kein Ende. Als ein von einem Pferd gezogener Drehpflug auftaucht, erinnert sich Josef Stollenwerk an vergangene Zeiten. „Das war hart. Der Vater schmiss einen um fünf Uhr morgens raus. Pferde füttern, tränken, einspannen, damit die Arbeit pünktlich um sieben Uhr beginnen konnte.“ Die ganze Zeit habe er als Junge überlegt: „Wie kriegt man den Brassel weg?“ 1937 sei dann ein Traktor gekauft worden - ein erster, innovativer Schritt in der von Expansion und Tatendrang gekennzeichneten Geschichte der Landwirtsfamilie Stollenwerk in Bergerhausen.

Nun wird gefeiert. Und wie. Gründe gibt es ja genug: Seit 25 Jahren produziert die Familie etwa am Standort bei Düren-Merzenich. Die Fabrikanten von Dosengemüse beschäftigen mittlerweile rund 200 Mitarbeiter und bewirtschaften 5.500 Hektar Land im Rhein-Erft-Kreis, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Außerdem wird Josef Stollenwerk 80 Jahre alt.

Auch die Saisonarbeiter feiern mit

Der Erfolg wird ins rechte Licht gerückt. Die Landwirtsfamilie hat sich nicht lumpen lassen. Tausende Menschen, darunter Mitarbeiter, Kunden, Freunde der Geschäftsleitung und Mitglieder örtlicher Vereine, drängen auf das Gelände rund um die Burg Bergerhausen, die die Familie 1984 gekauft hat. Direkt neben der Burg liegt das Elternhaus von Josef und Willy Stollenwerk, der Bauernhof Burgmühle, den der Jubilar noch heute bewohnt und in dem 1932 die Familie mit dem Verkauf von Gemüse begann und 1962 in die Konservenproduktion einstieg.

Im Innenhof feiern Saisonarbeiter aus Polen und Rumänien eine Party, und auf der Bühne versammelt sich derweil die Familie Stollenwerk. Der Jubilar, Bruder Willy (75), beide übrigens noch in der Geschäftsleitung aktiv, sowie die Söhne und Geschäftsführer Willi und Karl Hubert. Enkelkinder sind auch dabei. Die dritte Generation in der Dynastie der Dosenfabrikanten steht also in den Startlöchern.

"Knollejupp" ist sehr aktiv

Kamerateams filmen das Geschehen, das auf zahlreiche Großleinwände projiziert wird. Ludwig Sebus und Reinold Louis, zwei bekannte Kenner des Kölner Brauchtums, führen launig durch das Programm, zu dem nicht nur die Präsentation der Familiensammlung alter Landmaschinen gehört.

Der Jubilar engagiert sich seit Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr, also gibt es eine historische Übung der Berufsfeuerwehr Köln. Der „Knollejupp“ ist aber auch Generalpostmeister bei den Roten Funken in Köln und war 1967 Jungfrau im Dreigestirn. So kommen zu später Stunde 50 Fackelträger der Roten Funken nebst Tambourzug und sorgen für die nötige Gänsehautstimmung. Das wird nur noch vom Feuerwerk gegen Mitternacht getoppt.



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