Von Ralph Jansen, 29.07.10, 14:17h, aktualisiert 29.07.10, 16:16h
Der 36-jährige Bundesligaspieler, der da im Sindorfer Bowlingzentrum „Bowl-Position“ einen Ball nach dem anderen wirft, gehört zum sechsköpfigen Kader, den Bundestrainer Peter Lorenz für die Bowling-Weltmeisterschaft berufen hat. Von Donnerstag, 12., bis Samstag, 21. August, finden in München-Unterföhring die Titelkämpfe statt. Austragungsstätte ist das Dream Bowl Palace, mit 52 Bahnen das größte und modernste Bowlingcenter Europas. Damit wird nach exakt 50 Jahren wieder eine Bowling-WM in Deutschland ausgetragen. 67 Nationen gehen an den Start. So viele wie noch nie. 377 Spieler kämpfen in den Disziplinen: Einzel, Doppel, Trio und Team um den begehrten Weltmeistertitel. Der Stellenwert der WM-Titel wird durch die Nominierung der US-Spieler unterstrichen. Die Amerikaner wollen nichts dem Zufall überlassen und entsenden sechs Profis nach Deutschland. Holzapfel, der in der Bundesliga für Lokomotive Stockum spielt und in seiner langen Karriere schon 20-mal das „Perfekte Spiel“ (300 Pins) geschafft hat, möchte bei seiner ersten WM-Teilnahme direkt einen Titel holen. Die Chancen beim Heimvorteil stehen gut.
Jeder deutsche Nationalspieler hat in den vergangenen Wochen und Monaten mehr als 100 Spiele in München absolviert. Als Zielvorgabe hat der Bundestrainer einen WM-Titel ausgegeben. Der Team-Wettbewerb gilt dabei als aussichtsreichste Möglichkeit für die deutschen Bowling-Asse. Darauf bereitet sich der Sportliche Leiter und Counterchef der Bowl Position in Kerpen intensiv vor. Pro Woche wird er auf der hauseigenen Anlage, die seine Arbeitsstätte ist, fünf bis sechs Trainingseinheiten von einer bis maximal drei Stunden absolvieren. In der ersten Augustwoche stehen dann noch lockere Probewürfe auf dem Trainingsplan, ehe die Abreise nach München erfolgt, wo die Nationalspieler am Montag, 9. August, eintreffen.
Dann fiebern auch die etwa 60 Bowler der beiden Vereine BC Kerpen und BC Rhein-Erft mit, die im Sindorfer Bowling-Zentrum trainieren. Holzapfel ist nicht nur Counter-Chef in Sindorf, sondern auch sportlicher Leiter der Anlage. Er berät die jungen Spieler und macht sie fit für die Liga. Der mehrfache deutsche Mannschaftsmeister wäre übrigens fast ein Fußballer geworden, hätte ihn der Lebensgefährte seiner Großmutter nicht mit zum Bowling-Training genommen.
Damals war der groß gewachsene Sportler zehn Jahre alt. Er gewann ein Jugendturnier und durfte ein Jahr lang kostenlos Bowling spielen. Als er sich beim Fußball dann noch den Arm brach, sattelte er komplett auf Bowling um. Jetzt will er Weltmeister werden.
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