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Einzelhandel

Nach 75 Jahren ist nun Schluss

Von Dennis Vlaminck, 23.07.10, 18:02h

Am 31. Juli endet ein Kapitel Bergheimer Kaufmannsgeschichte: Der Supermarkt Loosen in Quadrath-Ichendorf schließt nach 75 Jahren - und damit der nach Angaben des Inhabers letzte konzernfreie Markt im Rhein-Erft-Kreis.

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Peter Loosen nimmt Abschied von seinem Supermarkt. Der Markt in Quadrath-Ichendorf schließt nach 75 Jahren. BILD: VLAMINCK
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Peter Loosen nimmt Abschied von seinem Supermarkt. Der Markt in Quadrath-Ichendorf schließt nach 75 Jahren. BILD: VLAMINCK
Bergheim - Peter Loosen, der seit 45 Jahren im Geschäft an der Köln-Aachener Straße steht, will in den Ruhestand gehen. Eine schwere Krankheit hat ihn vor zwei Jahren kalt erwischt und ihm das klare Signal gegeben, besser etwas kürzer zu treten.

„Das fällt mir nicht leicht“, sagt Loosen, der die Linie einer Kaufmannsfamilie beendet: Großvater Christian Felder hatte mehrere kleine Läden, Vater Peter Loosen senior verkaufte Lebensmittel ab Fuhrwerk und gründete dann mit seiner Frau Erika an der damaligen Hauptstraße das Geschäft. Am jetzigen Standort ist der Supermarkt seit 1950.

59 Quadratmeter

Zu Beginn war es jedoch noch kein Supermarkt - 59 Quadratmeter standen anfangs zur Verfügung. „Der Laden war damals schon zu Ende, wo heute die Kassen stehen“, berichtet Loosen. Inzwischen ist der Markt auf 950 Quadratmeter gewachsen, eine Erweiterung auf 1300 Quadratmeter ist möglich.

Von einem längeren Aufenthalt in der Schweiz brachte Loosen die Geschäftsidee mit, Abteilungen unterzuverpachten. Bäckerei und Metzgerei gab er ab, den Pflanzen- und Blumenhandel übernahm Loosen selbst - und musste zu Beginn reichlich Lehrgeld zahlen. „Da kam auch schon mal ein Kunde und beschwerte sich, dass aus den Weißkohlsamen erstaunlicherweise Kohlrabi gewachsen waren“, sagt Loosen und lacht.

Dass es ihm gelungen ist, den Supermarkt trotz all der Konkurrenz „auf der grünen Wiese“ und trotz der vergleichsweise schlechten Parkmöglichkeiten erfolgreich zu führen, hält Loosen für das Ergebnis seines Einsatzes. Täglich fährt er zum Großmarkt, um Obst, Gemüse und Fisch zu kaufen, oder zum Blumenmarkt nach Holland - auch schon mal nach Feierabend oder am Wochenende. Sein Arbeitstag beginnt meist morgens um vier.

Weil hohes Engagement gefordert ist, hatte Loosen lange Zeit Schwierigkeiten einen Nachfolger zu finden. Nun aber fänden Verhandlungen mit mehreren Interessenten statt. „Das wäre schön für den Ort, wenn es hier weiterginge“, sagt Loosen. Zu viele Geschäfte im Ort hätten bereits dichtgemacht. Viele Kunden hätten mit großem Bedauern auf die angekündigte Schließung reagiert. „Einige wollten sogar Unterschriften sammeln.“

Der größte Teil seiner 13 Mitarbeiter, von denen eine sogar schon seit 38 Jahren dabei sei, habe inzwischen neue Anstellungen gefunden. „Für die anderen suche ich noch“, sagt Loosen. Er hoffe, dass sie vielleicht bei einer Übernahme des Marktes ebenfalls übernommen würden. Loosen hat bereits mit dem Räumungsverkauf begonnen: Auf Lebensmittel gibt es 20 Prozent Rabatt, auf Haushaltswaren und Textilien 40 Prozent. Sollten bis zum Monatsende nicht alle Waren verkauft sein, will Loosen den Markt noch ein paar Tage länger offen halten. Spätestens dann aber steht mehr Freizeit auf dem Programm: Loosen wünscht sich, mit seiner Lebensgefährten und Noch-Mitarbeiterin wenigstens ein Stück des Jakobswegs nach Santiago de Compostella zu pilgern.



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