Von Doris Richter, 09.07.10, 16:11h, aktualisiert 09.07.10, 16:44h
Eine Woche lang besuchten die Gymnasiasten das RWE-Ausbildungsbildungszentrum in Frechen-Grefrath und arbeiteten in mehreren Gruppen ihre Ideen aus. Dabei wurden keine Luftschlösser gebaut. Mit ihren Plänen blieben die jungen Leute weitgehend auf dem Teppich und machten sich stets Gedanken über die Finanzierbarkeit. „Es waren alle Klausuren geschrieben. Statt die Nachmittage im Freibad zu verbringen oder mit Freunden zu entspannen, konzentrierten sich die Schüler eine Woche lang auf dieses Projekt. Es macht mich stolz, Schüler mit einem solchen Engagement zu haben“, lobte Petra Bold, Leiterin des Gymnasiums, die Jugendlichen.
Ein See mit Zeltplatz
Locker führten die Schüler Medya Güngör und Hannes Wiesner im Frechener Keramion durch das Planspiel und kündigten die einzelnen Arbeitsgruppen an. Ein See mit Bootsverleih und nebenan ein Zeltplatz könnten das Herzstück eines Naherholungsgebietes im Bereich der jetzigen Sandgrube der Frechener Quarzwerke sein. Genug Platz hätte dort auch das „Youth Paradise“, eine neue Form eines Jugendzentrums, mit dem sich eine weitere Projektgruppe befasste.
Von der Architektur und Organisation bis zur Finanzierung machten sie den anwesenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik sowie den Lehrern, die aufmerksam zuhörten, ihre Idee schmackhaft. Frechen würde so bekannt sein wie Wuppertal - mit einer eigenen Schwebebahn. Da ist sich die Schülergruppe, die das Projekt „Verkehr und Infrastruktur“ vorstellte, einig. Elektroautos, die in Parkhäusern aufgeladen werden, und der Ausbau des Frechener Bahnhofs mit eigenem S-Bahn-Anschluss schwebten ihnen außerdem vor. Zur Finanzierung könnten die Deutsche Bahn und die KVB als Sponsoren, die Stadt und auch ein Bürgerspendenkonto beitragen. Auch könnte Frechen in ferner Zukunft mit einer eigenen Fachhochschule und einer schöner gestalteten Innenstadt punkten. Warum und wie das alles zu bezahlen ist, fassten die Schüler in einer abschließenden Diskussionsrunde mit einer Bürgerinitiative zusammen. Die Bürgerinitiative war wiederum ein Teil ihrer Zukunftsideen.
Verdienter Beifall
„Das war professionell gemacht“, lobte Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG, die Szenarien der Gymnasiasten. Ihm habe imponiert, wie gut herausgearbeitet wurde, dass man nicht alles auf den Staat schieben kann. „Alle, auch die Bürger, müssen mitmachen. Das wurde deutlich.“ Ohne dass sich die Menschen mit ihrer Arbeit, ihren Visionen und Ideen einbringen, könne die Gesellschaft nicht bestehen, betonte Lambertz.
Gekonnt und selbstbewusst haben die Jugendlichen durchaus realistische Lebens(t)räume präsentiert. Ihre Arbeit hatte den großen Zuspruch und Beifall der Erwachsenen verdient.
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