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Chorkonzert

Begnadete Solisten im Publikum

Von Susanne Neumann, 22.06.10, 09:31h

Acht Chöre erfreuten am Sonntag beim Chorfestival auf dem Johann-Schmitz-Platz am Frechener Rathaus sechs Stunden lang ein Publikum, dass sich als ebenso interessiert wie begeisterungsfähig erwies.

Chor „Joy“
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Der Frechener Chor „Joy“ war nicht nur Gastgeber, sondern sorgte beim Festival auf dem Johann-Schmitz-Platz auch für Stimmung. (Bild: Neumann)
Chor „Joy“
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Der Frechener Chor „Joy“ war nicht nur Gastgeber, sondern sorgte beim Festival auf dem Johann-Schmitz-Platz auch für Stimmung. (Bild: Neumann)
Frechen - Nach drei Jahren Pause hatte „Joy“, der „Junge Chor Frechen“, zum zweiten Mal ein Chorfestival organisiert und sieben Chöre aus der näheren und weiteren Umgebung eingeladen, deren Repertoire Rock- und Popmusik, Soul und Gospels umfasst. „Das ist hier eine ganz tolle Sache“, würdigte Claudia Fuchs, die Vorsitzende des Eitorfer Chors „Young Hope“, die Veranstaltung, „und sehr gut organisiert.“ Dass es nach dem erneuten Erfolg am Sonntag in zwei oder drei Jahren auch ein drittes Frechener Chorfestival geben wird, stand für den Joy-Vorsitzenden Johannes Paul fest.

Wolfgang „Hoppi“ Hoffstadt von der Frechener Band „Junge us em Levve“ stellte die Chöre vor und erlaubte einem nach dem anderen, die vorgesehene halbe Stunde Vortragszeit pro Auftritt zu überziehen. Was offensichtlich im Einvernehmen mit dem Publikum geschah. Der weitaus größte Teil war gezielt zum Chorfestival gekommen, vereinzelt luden die mal hin-, mal mitreißenden Vorträge aber auch Passanten zum Verweilen ein.

Andächtig lauschte das Publikum, wenn die Open-Air-Akustik auf dem Johann-Schmitz-Platz leise oder a cappella vorgetragene Lieder zu schlucken drohte. Das Repertoire des „Songrise Jazzchors Erftstadt“ zum Beispiel, der das Festival eröffnete, besteht aus anspruchsvollen, bis zu sechsstimmigen A-cappella-Arrangements. Chorleiterin Andrea Stehle-Raumann singt seit einem halben Jahr auch beim Jungen Chor Frechen mit. Der wird seit Januar von Bianka Kerres und ihrem Ehemann Hans Fücker geleitet und hat den Schwung und den Spaß am Singen beibehalten, den er schon unter der Leitung von Jan Gerwing stets an den Tag gelegt hatte. Zum Festival hatte Fücker, der den Chor am Klavier unterstützt, den sanften Rock-Song „You've got a friend“ arrangiert.

Kaum ein Chor trat mit Noten auf, so hatten die Sänger die Hände zum rhythmischen Klatschen oder unterstreichenden Gestikulieren frei. Ausgiebig taten letzteres die Sängerinnen und Sänger des Chors „Just for Fun“ aus Lennestadt. Die Sauerländer scheuten sich nicht, den Bläck-Fööss-Klassiker „Dat Wasser vun Kölle“ zum Besten zu geben und deuteten dabei das Kölschtrinken ebenso an wie das Beten gen Himmel.

Von Michael Villmow, Leiter des Chors „querbeat“, des Erwachsenenchors der Musikschule Köln, erfuhr man, dass der Ton der Vuvuzela ein b' ist. Zum Summen desselben aufgefordert, ließ das Publikum die Geräuschkulisse eines Hornissennests entstehen. Engagiert stimmte es schließlich auch beim rhythmischen Zwischengesang in „Love Train“ von der Soulband The OJays ein, den Joy vortrug: Einzelne im Publikum erwiesen sich dabei gar als begnadete Solisten.



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