Von Gisela Schwarz, 27.05.10, 16:32h, aktualisiert 27.05.10, 16:49h
Die Schülerin des Paul-Klee-Gymnasiums ist Teilnehmerin am „Kultur und Schule-Projekt“, das unter der Leitung der Künstlerin Helga Mols in der ehemaligen Halle der Stein-Gruppe durchgeführt wird.
Aufgelegt wurde dieses Programm vom Land NRW, um junge Menschen mit künstlerischen Aktivitäten und kultureller Bildung zu einer differenzierten Wahrnehmung zu führen. Umgesetzt werden die Projekte von Künstlern und Mitarbeitern an Kulturinstituten und Einrichtungen für künstlerisch-kulturelle Bildung. Sie sollen das schulische Lernen durch komplementäre und kontrastierende Elemente ergänzen. Einige Künstler aus Rhein-Berg wie Helga Mols wirken mit an dieser Aufgabe. „Man muss mit Idealismus herangehen“, sagt Helga Mols über das Projekt, das einmal unter dem Titel „Wundergarten“ ausgestellt wird.
„Angefangen haben wir in meinem Atelier“, berichtet die Künstlerin. „Nach der Schule sind die Jugendlichen zu mir gekommen, haben vor Ort die Natur in Skizzenbücher gezeichnet. Doch bald haben sie gemerkt, dass es eigentlich mit Farbe weitergehen müsste.“ Aber wo? Nicht im beengten Raum sollten die Schüler arbeiten. Als Helga Mols bei dem Beigeordneten Bernd Sassenhof anfragte, stellte er der Gruppe die ehemalige Halle der Stein-Gruppe zur Verfügung. Sie gehört nun der Stadt. Seit März arbeitet die Gruppe in dem Gebäude. „Zuerst haben wir Pappen an die Wände geheftet, sind im Laufschritt mit Farbrollen vorbei gerannt, jeder suchte sich dann eine Pappe raus und hat sie bearbeitet“, erzählt die versierte Künstlerin, die auch eine Kunstschule betreibt, über das freie Arbeiten. „Die Jugendlichen sollten aus sich herausgehen, ein Gefühl für Farbe entwickeln.“
Im nächsten Arbeitsgang wird eine 80 x 100 Zentimeter große Leinwand bearbeitet. „Oh, sind die Leinwände klein“, stellt Barinya Dedek (18) fest, aber dann lässt sie sich treiben, entwickelt eine abstrakte Landschaft. Auf dem Malgrund von Luka Knezevics (18) entsteht das Porträt eines alten Mannes mit Blütenblättern um den Kopf. Erinnert es an Flower-Power-Zeiten? „Könnte sein! In der Erinnerung ist er immer noch schön“, interpretiert der junge Mann sein Werk. Ganz versunken hockt Kai Hogenacker (13) auf dem Boden, malt mit punktgenauem Strich einen Physalis-Lampion, auf dem ein Marienkäfer sitzt, aufs Blatt. „Die ist wie ein Heißluftballon über den Wolken, das soll ein Symbol sein, weil die Frucht irgendwie wie eine Weltkugel aussieht“, findet er.
„Die Gruppe ist total nett, sehr motiviert und kommt gern, auch wenn es in der Halle hier manchmal sehr kalt ist“, sagt Helga Mols. Luka Knezevic hat auch dafür eine Lösung gefunden: Er malt ganz relaxt, mit einer Hand in der Manteltasche zum Aufwärmen. „Das freie Arbeiten außerhalb der Schule macht ihnen einfach Freude,“ sagt Mols. Einige Schüler haben auch Kunst als Leistungskurs gewählt. Aber da geht es um Noten - bei Helga Mols um die Erweiterung des künstlerischen Bewusstseins.
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