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Klassik

Die Bilder zu Mussorgskys „Bildern“

Von Stefan Rütter, 21.12.09, 20:46h

In der Kölner Philharmonie hatte die Medieninstallation „Pictures reframed“ die letzte Station ihrer Welttournee. Thema des norwegischen Pianisten Leif Ove Andsnes und des südafrikanischen Medienkünstlers Robin Rhode war Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“.

Mussorgsky
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Modest Mussorgsky, auf einem Porträtbild von 1881. (Bild: Archiv)
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Modest Mussorgsky, auf einem Porträtbild von 1881. (Bild: Archiv)
Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ waren lange Zeit ein Dauerbrenner im Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe: Man schaute die blässlichen Vorlagen an, die den Komponisten zu seinen machtvollen Klangfresken inspirierten und hörte dabei abwechselnd das pianistische Original, die Ravel-Orchestrierung oder Emerson, Lake and Palmers 71er Pop-Version. Auch der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes und der südafrikanische Multimedia-Künstler Robin Rhode hatten sich für ihr gemeinsames Projekt Mussorgskys genialen Klavierzyklus vorgenommen. Aber ein didaktisches Déjà-vu alter Schulzeiten blieb in der Kölner Philharmonie (der 18. und letzten Station einer Welttournee) glücklicherweise aus.

In Rhodes Video-Installation „Pictures Reframed“ sind die konkreten Bildinhalte so geschmeidig mit abstrakten, rhythmisierten Formen verschmolzen, dass das Ergebnis selbst wie Musik wirkt, ohne jemals die live gespielte zu verdoppeln oder zu verdrängen. Der amerikanische Lichtdesigner David Weiner hat dazu einen Raum geschaffen, der den Pianisten mit statisch ausgeleuchteten Leinwänden umgibt und so die Nahtstelle zwischen dem dreidimensionalen Live-Act und dem zweidimensionalen Film subtil verschleift. Das ist, auch in der Qualität der Projektion, so geschickt und hochprofessionell gemacht, dass man darüber die bedenkliche Frage nach dem erzielten Mehrwert, dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag, fast vergisst.

Dass Leif Ove Andsnes zwangsläufig den ganzen Abend im Dunkeln spielen musste, schadete seiner künstlerischen Ausstrahlung nicht im geringsten. Sein gewohnt uneitles, klug disponiertes und streng werkbezogenes Spiel ließ Mussorgskys „Bilder“ selbst in ihren orchestralen Expansionen federnd und gelöst klingen. Der klare, kernige Ton des Norwegers und seine parfumfreie Poesie gefielen auch in Schumanns „Kinderszenen“ und einer Novität des Österreichers Thomas Larcher („Was wird“), der seinerseits mit einfachen, aber pianistisch effektiven Mitteln auf Robin Rhodes Bildsprache reagiert. So schloss sich der Kreis.



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