Von Stefan Rütter, 21.12.09, 20:46h
In Rhodes Video-Installation „Pictures Reframed“ sind die konkreten Bildinhalte so geschmeidig mit abstrakten, rhythmisierten Formen verschmolzen, dass das Ergebnis selbst wie Musik wirkt, ohne jemals die live gespielte zu verdoppeln oder zu verdrängen. Der amerikanische Lichtdesigner David Weiner hat dazu einen Raum geschaffen, der den Pianisten mit statisch ausgeleuchteten Leinwänden umgibt und so die Nahtstelle zwischen dem dreidimensionalen Live-Act und dem zweidimensionalen Film subtil verschleift. Das ist, auch in der Qualität der Projektion, so geschickt und hochprofessionell gemacht, dass man darüber die bedenkliche Frage nach dem erzielten Mehrwert, dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag, fast vergisst.
Dass Leif Ove Andsnes zwangsläufig den ganzen Abend im Dunkeln spielen musste, schadete seiner künstlerischen Ausstrahlung nicht im geringsten. Sein gewohnt uneitles, klug disponiertes und streng werkbezogenes Spiel ließ Mussorgskys „Bilder“ selbst in ihren orchestralen Expansionen federnd und gelöst klingen. Der klare, kernige Ton des Norwegers und seine parfumfreie Poesie gefielen auch in Schumanns „Kinderszenen“ und einer Novität des Österreichers Thomas Larcher („Was wird“), der seinerseits mit einfachen, aber pianistisch effektiven Mitteln auf Robin Rhodes Bildsprache reagiert. So schloss sich der Kreis.
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