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Ein Buch für die Stadt

Ein Schubs für die Gedanken

Von Susanne Neumann, 06.12.09, 15:49h

In gemütlicher und intimer Atmosphäre las Ilona E. Gerling am Freitagabend im kleinen Kino in Erftstadt-Niederberg 25 Zuhörern den dritten und letzten Teil aus „Schnee in den Ardennen“ vor.

Ilona E. Gerling
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Im gemütlichen kleinen Kino in Niederberg weckte Vorleserin Ilona E. Gerling ganz persönliche Erinnerungen und Assoziationen. (Bild: Neumann)
Ilona E. Gerling
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Im gemütlichen kleinen Kino in Niederberg weckte Vorleserin Ilona E. Gerling ganz persönliche Erinnerungen und Assoziationen. (Bild: Neumann)
Erftstadt-Niederberg - Im Heimatort der Malerin endete damit die Reihe der Veranstaltungen in Erftstadt, bei denen Mitglieder des Künstlerforums „Schau-Fenster“ den gesamten Journalroman von Jürgen Becker vorgelesen hatten.

Gerling empfing die Zuhörer als ihre Gäste. Ein liebevoll hergerichtetes, nostalgisches Buffet mit Eierlikör, Rotwein von der Ahr, Christstollen, Plätzchen und Zuckerrübensirup dekorierte den kleinen Kinosaal, den indirekte, farbige Beleuchtung und Kerzenschein in gedämpftes Licht tauchten. „Erinnerungen sind für mich heute Abend das Thema,“ erklärte Gerling. Ihr Bild mit dem Titel „Erinnerungen“ hatte sie ebenso mitgebracht und aufgestellt wie zwei ihrer Gemälde, die die Zeit zum Thema haben. Der Kurzfilm „Mauerhase“, der von den Kaninchen und aus deren Sicht vom Leben im Todesstreifen zwischen West und Ost rund um Berlin erzählt, sollte den Abend ergänzen.

Aus der Seele

Ihre Eltern seien beide durch die Mauer von ihren Familien getrennt worden, bezog Gerling den Film auf das Thema des Abends. In den weich gepolsterten Kinosesseln ließ es sich trefflich lauschen. Engagiert trug Gerling die teilweise bis auf einen einzelnen Satz reduzierten Fragmente aus Beobachtungen und Erinnerungen des Autors vor - und kommentierte sie gelegentlich. „Der spricht mir aus der Seele“, merkte sie zum Beispiel an, als Becker seine Unfähigkeit beschrieb, aufzuräumen. An anderer Stelle guckte sie einfach nur fragend oder auffordernd ins Publikum. Als „Gedankenanschubser“ wollte sie auch jene Sätze verstanden wissen, die in Beckers Journalroman für sich alleine stehen und geeignet sind, die Zuhörer ratlos zurückzulassen. Und Gerling schubste selbst die Erinnerungen der Zuhörer an: Wenn sie zum Beispiel vom samstäglichen Probealarm der Feuerwehr erzählte oder von Geräuschen oder Gerüchen, die untrennbar mit bestimmten Erinnerungen verbunden seien. Ihr spürbares persönliches Engagement und ihre Lust am Assoziieren übertrug sie ins Publikum. Ein ums andere Mal wurde dort geschmunzelt, zugestimmt oder murmelnd kommentiert. Und als sich die Zuhörer am Ende der Lesung am Buffet über ihre Gedanken und Empfindungen zum Buch austauschten, taten sie das in vertraut wirkender Atmosphäre.



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