Von Susanne Neumann, 22.11.09, 17:57h
„zdi“ steht für „Zukunft durch Innovation“ und ist eine Initiative des nordrhein-westfälischen Innovationsministeriums, die Jugendliche für Naturwissenschaften gewinnen soll. Seit Juni wird das LNU, das interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler in naturwissenschaftliche Projekten und Arbeitsgemeinschaften (AGs) fördert, als „zdi-Zentrum“ vom Land NRW gefördert.
Schatten auf dem Mond
Etwa 200fach, so Bedorf, vergrößere das Teleskop in der Frechener Sternenwarte, mit dem Schüler in Astronomie-Kursen und AGs umzugehen lernen, die Punkte im All, die es per Computersteuerung anvisiert. Auch die Bilder, die es - bei klarem Himmel - liefert, werden auf einen Computerbildschirm sichtbar. Die Krater auf der Oberfläche des Mondes zum Beispiel sind auf einem Bild, das Bedorf im Oktober mit dem Teleskop aufnehmen konnte, so gut zu erkennen, dass der Oberstufenschüler Julius Becker einen davon zum Thema seiner Facharbeit in Physik gemacht hat: Anhand des sichtbaren Schattens, den der ausgewählte Krater wirft, will er dessen Tiefe errechnen.
Die Technik ließ sich am Freitagabend besichtigen, allein die Sterne nicht. Das machte aber nichts, denn die Veranstalter der Sternennacht hatten ein spannendes Programm rund um die Astronomie organisiert. Schüler wie Jacques Gripp, Severin Edalat und Johannes Wettig aus Frechen-Königsdorg lösten mit Feuereifer die Fragen eines Astro-Quizes, bei dem es unter anderem zwei Teleskope zu gewinnen gab. Dr. Rolf-Jürgen Berger von der Kölner Universität erklärte den rund 300 Kindern und Erwachsenen, die zur Sternennacht gekommen waren, wie ein Teleskop funktioniert. Arbeitsgemeinschaften des zdi-Zentrums stellten ihre Projekte vor und Wissenschaftler von der Uni Köln informierten über den aktuellen Stand der Forschung zur Entstehung von Sternen und Planetensystemen. Man nehme an, das sie in so genannten „kalten Wolken“ aus Gasen im All entstünden, die sich bis zum absoluten Nullpunkt abkühlen könnten. Chemische Reaktionen, die in diesen Wolken stattfänden, versuche er mit seinen Kollegen im Labor nachzuvollziehen, erklärte der Astrophysiker Oskar Asvany. Als ungemein spannend erwies sich am Ende der Sternennacht auch, was Professor Heino Falcke von der Universität Nijmwegen - wie Berger ehemaliger schüler des Frechener Gymnasiums - zu erzählen hatte: Vor 16 Jahren seien in der argentinischen Pampa von Teilchendetektoren kosmische Teilchen entdeckt worden, als sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre Lichtblitze verursachten. Diese Materieteilchen hätten eine schier unfassbare Reise hinter sich: Vor Millionen von Jahren seien sie vermutlich aus einem gigantischen Teilchenbeschleuniger im Weltall heraus geschleudert und auf die Reise geschickt worden: aus einem schwarzen Loch.
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