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Ausstellung

Ding und Abbild konfrontiert

Von Alexander Kleinschrodt, 17.11.09, 10:06h

Lange Zeit hat sie nur für die Schublade gearbeitet. Kaum jemand bekam die künstlerischen Arbeiten von Monika Tönnis-Littek zu sehen. Das Künstlerforum Schau-Fenster Erftstadt würdigt ihre Arbeiten jetzt in einer Einzelschau.

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Werke aus Monika Tönnis-Litteks Fotoserie mit dem mehrdeutigen Titel „Gefährte“. (Bild: Kleinschrodt)
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Werke aus Monika Tönnis-Litteks Fotoserie mit dem mehrdeutigen Titel „Gefährte“. (Bild: Kleinschrodt)
Erftstadt-Lechenich - Ihr Alltag war ohnehin immer von Kunst bestimmt, 25 Jahre lang hat sie als Kunstlehrerin am Ville-Gymnasium in Liblar gearbeitet und versucht, die Kreativität mehrerer Schülergenerationen zu stimulieren.

Tönnis-Litteks eigene Werke aber zeigt das Künstlerforum Schau-Fenster Erftstadt jetzt erstmals in einer Einzelausstellung.

Die ältesten im Stadthaus zu sehenden Werke datieren aus den Jahren 1980 / 81, die neuesten sind gerade erst entstanden. Die auffälligsten darunter hängen im dritten und hintersten Raum der Ausstellung. Die Serie der „Gefährte“ vereint große Abzüge digital bearbeiteter Fotografien. Zu sehen sind merkwürdige Fahrzeuge und Anhänger mit zwei oder mit vier Rädern, darauf sind beispielsweise ein Windsack oder eine strahlend gelbe Tonne montiert.

Der fremdartige Eindruck rührt in der Regel aus der mit Computerbildbearbeitung bewirkten Hineinstellung der konkreten Bildgegenstände in einen undefinierten weißen Bildraum, so dass Funktion und Kontext verloren gehen. Das „Gefährt 1 / 2008“ ist dagegen ein fiktives Objekt, das aus der Fotografie eines zahnradbewehrten Oberleitungsmastes an einer Bahnstrecke abgeleitet ist. Mittels Isolation und einer simplen Drehung um neunzig Grad deutet Tönnis-Littek den technischen Aufbau zu einer Fantasieapparatur à la Jean Tinguely um.

Bewusster

Noch subtiler funktionieren die anderen in der Ausstellung zu sehenden Serien. Einigen kleinen Tonobjekten mit fein differenzierten Oberflächen aus den 80er Jahren stellt Monika Tönnis-Littek erst jüngst realisierte „Scans“ der gleichen Werke gegenüber. Es ist ein recht konzeptuelles Verfahren: Ding und Abbild werden unmittelbar konfrontiert und so in ihrer jeweiligen, dem Medium geschuldeten Charakteristik noch bewusster wahrgenommen.

Im mittleren Ausstellungsraum begegnen dem Besucher Gouache- und Ölkreidearbeiten auf schwarzem Karton. Sie zeigen schon bekannte Objekte: Oberleitungskabel und Landmaschinen. Der dunkle Träger gibt den Werken die Anmutung von Fotonegativen, tatsächlich sind sie aber mit präziser, trotzdem sehr unakademischer Hand ausgeführt.

Die Ausstellung mit den Werken von Monika Tönnis-Littek im Lechenicher Stadthaus läuft bis zum 29. November, die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag jeweils von 16 Uhr bis 18.30 Uhr.



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