Schriftgröße

Internet

Büsdorfer schimpfen über lange Leitung

Von Jan Sting, 08.10.09, 18:47h

Täglich müssen sich der Büsdorfer Robert Langen und seine Familie in Geduld üben, wenn sie ihre Laptops aufklappen und ins Internet möchten. In ganz Büsdorf gibt es keinen Breitband-Internetzugang.

Familie Langen
Bild vergrößern
Gleichzeitig können die Mitglieder der Familie Langen nicht ins Netz, die Leitungskapazitäten reichen nicht aus. (Bild: Privat)
Familie Langen
Bild verkleinern
Gleichzeitig können die Mitglieder der Familie Langen nicht ins Netz, die Leitungskapazitäten reichen nicht aus. (Bild: Privat)
Bergheim-Büsdorf - Wenn Nutzer des Internet aus Büsdorf eine Information haben wollen, eine E-Mail lesen oder schreiben möchten, bauen sich die Internetseiten so langsam auf, dass sie sich in der Zeit gemütlich einen Kaffee kochen können.

Aber so viel Kaffee könnten sie gar nicht trinken, erklären die Langens halb im Scherz, doch sie sind nicht die Einzigen, die klagen. Zahlreiche Haushalte, aber auch Büsdorf Firmen wünschen sich beharrlich einen DSL-Anschluss. Doch bislang hat sich kein Telefonanbieter gefunden, der die teuren Kabel verlegt.

Wie die Bundesnetzagentur erklärt, ist kein Anbieter verpflichtet, Endkunden mit breitbandigen Internet-Anschlüssen zu versorgen. Wolfgang Rosenthal, Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks Bergheim-Nord, schrieb an den Telekom-Vorstandsvorsitzenden René Obermann und beklagte „mittelalterliche Zustände“. Schon im anderthalb Kilometer entfernten Fliesteden sei ein schneller DSL-Zugang wieder verfügbar. Die Telekom ihrerseits erklärt, dass sie bereit sei, für Büsdorf einen Anschluss mit Glasfaserkabeln zu schaffen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Stadt zum Beispiel bei den Tiefbauarbeiten unterstützt.

Andere Kommunen nutzten solche Kooperationen bereits. Die Kosten pro Kilometer Glasfaserkabel belaufen sich laut Rosenthal auf 50 000 Euro. Er schrieb an Bürgermeisterin Maria Pfordt und regte an, die Grundversorgung mit wichtiger Infrastruktur aus dem Konjunkturpaket II zu finanzieren. Betroffen seien Betriebe, aber auch über 800 Privathaushalte.

„Wir sind hier wohl in der Walachei“, vermutet Langen. Zumal für junge Leute wie seinen Sohn Christian oder Tochter Denise, sei die langsame Internetverbindung ein Manko und womöglich Grund, Büsdorf den Rücken zu zu kehren. „Bei der Hardware sind wir optimal ausgestattet, aber das hilft nicht viel. Bilder können wir aufgrund der Datenmenge zum Beispiel gar nicht verschicken“, sagt Langen. Gleichzeitig können die acht Familienmitglieder auch nicht ins Netz, um ihre E-Mails abzurufen oder auf Internet-Seiten zu surfen.

Die Stadt hatte vor einem halben Jahr Gespräche mit NetCologne aufgenommen, da das Unternehmen größere Kapazitäten als die Telekom bieten könnte. Deren Angebot einer Versorgung belief sich auf nur 384 Kilobit pro Sekunde. Über den Stand der Verhandlungen mit NetCologne war bei der Verwaltung gestern nichts Näheres zu erfahren



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige



Alte Liebe rostet nicht


Bildergalerien


Extra


Hintergrund


KSTA.de

Ausbildung in Serie


Top-Links (Anzeige)


WAS.WANN.WO.


Neue ksta.tv-Videos aus der Region


Mein ksta.de



Serie


Extra


Glosse


Junge Zeiten



Lokalsport


Stadtmenschen Community


HINTERGRUND


Dienste