Von Claudia Könsgen, 27.09.09, 19:48h, aktualisiert 28.09.09, 12:00h
Liquid Lightning wurde von der Jury als Sieger bestimmt und fährt weiter zum nächsten Bandcontest nach Berlin, dem Local Heroes-Bundeshalbfinale auf Europas größter Jugendmesse „You“. Muchstock war dieses Jahr schon zwei Mal Ausrichter des Local Heroes NRW-Finales.
Mit den Gewinnern des Muchstock-Schülercontests startete das Finale in der Sülzberghalle. Das war diesmal die Duisburger Alternative-Rock-Combo Bugs alive, die erstmals vor so großem Publikum spielte, wie Gitarrist Timo Schmitz verriet.
Etwa 400 Musikfans ließen sich am Samstagabend von sechs Bands beschallen. Kirow aus Essen hatten für ihre 25 mitgereisten Fans einen kleinen Bus gemietet. Damit wurde der erst fünfte Auftritt der Grunge-Rocker, wovon drei in Much stattfanden, zum Heimspiel. „Wir fühlten uns pudelwohl auf der Bühne“, betonte Sängerin Henrike Köllner nach dem Auftritt.
Das gesteckte Ziel hat das Quartett also erreicht: Spaß auf der Bühne zu haben und Auftrittserfahrung zusammeln. Den hatte auch Johnny Handsome aus Siegburg. Um auch die hundert mitgereisten Freunde und das übrige Publikum von Anfang an zu bespaßen, kam ein verschüchternd wirkender Tobias Schenkel mit Ukulele auf die Bühne und stammelte ins Mikro: „Ich bin der Johnny Handsome und soll hier heut was aufführen.“ Als er in die Saiten griff, ertönte jedoch ein fetter Rockgitarrensound.
Wenige Sekunden später enterten die übrigen Musiker in ihrem obligatorischen Outfit mit Anzug, Hemd und Krawatte sowie mit Sonnenbrille die Bühne und starteten ihre Rockshow mit etlichen Klassikern im Gepäck. Die „leichte Stromgitarren-Unterhaltungsmusik“ in Kombination mit dem orgastisch anmutenden Gitarrenspiel von Schenkels Bandkollegen versetze das Publikum in anfängliche Ekstase.
Die Lyrics von „Wanna be Gangster“, dem Johnny Handsome-Klassiker schlechthin, brüllte das Publikum mit. Dass die fünf Musiker die Zuschauer mit ihrer Performance so begeisterten, dass sie zum Muchstock-Sieger gewählt wurden, fanden Sänger Tobias Schenkel und Co. großartig. Bei der Musik von Jim Twenty aus Köln - Ska mit Punk originell vermengt - durfte zum Tanz gebeten werden. Der Raum vor der Bühne eignete sich bestens dafür. Neben den treibenden Ska-Strophen, aggressiven Shouts und energiegeladenen Rhythmen wurde die neuste und bislang einzige Ballade gespielt, die bei Pärchen gut ankam, wie Saxofonist Stefan Wanning feststellte.
Neues Songmaterial hatte auch die Band um Frontman Davis Kirkendall dabei. Das dazu gehörige Konzert von Liquid Lightning war durchweg powergeladen, zuweilen knapp an der Schnittstelle zu explosiv. Bei den Düsseldorfern trifft Alternative-Progressiv-Rock auf Elektro-Einschlag, der reinknallte.
Stillstehen bei den Zuhörern war unmöglich, Bewegung zu den harten Riffs, verzerrten Gitarren und dem treibenden Schlagzeugrhythmen Pflicht. Das leidenschaftlich durchgezogene Konzert beendete Davis Kirkendall mit einem ausdauernden, mitreißenden Keyboardspiel. Das professionelle Auftreten der Band überzeugte die Fachjury schließlich.
Für Kirkendall ist der Einzug ins Local Heroes Halbfinale „ein psychologisch wichtiger Sieg“, war er begeistert. Komplettiert wurde der Finalabend durch den Auftritt der Vorjahresgewinnerband Tormenor aus Siegburg sowie durch die Vergabe des „Junge-Zeiten“-Songtextpreises vom Rhein-Sieg-Anzeiger.
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