Schriftgröße

Woodstock

Ein Trip zurück in die wilden Jahre

Von Joachim Röhrig, 16.08.09, 18:44h

1500 Fans feierten zu den Songs von Hendrix, Joplin, Cocker & Co. eine ganz heiße Party mit Flower-Power-Flair. Mehr als 30 Musiker ließen den Sound der späten Sechziger im Park am Aachener Tor aufleben.

Woodstock
Bild vergrößern
Genau so stellt man sich einen Woodstock-Veteranen vor: Als Urgestein der Bergheimer Musikszene feierte Wolfgang Härtel nicht nur gutgelaunt mit, sondern ging später auch als Bassmann auf die Bühne. BILDER: RÖHRIG
Woodstock
Bild verkleinern
Genau so stellt man sich einen Woodstock-Veteranen vor: Als Urgestein der Bergheimer Musikszene feierte Wolfgang Härtel nicht nur gutgelaunt mit, sondern ging später auch als Bassmann auf die Bühne. BILDER: RÖHRIG
Bergheim - Niemand badete nackt in der Erft, es wurden keinen riesengroßen Joints herumgereicht (zumindest nicht so offensichtlich wie damals), und es fegte zum Glück auch kein Gewitter übers Festivalgelände. Dennoch wehte am Samstagabend ein Hauch von „Love, Peace and Happyness“ durch den Park am Aachener Tor. Möglich machten es mehr als 30 Musikerinnen und Musiker, die es in wechselnden Besetzungen wunderbar verstanden, den Sound der späten Sechziger aufleben zu. So entwickelte sich das „Remember Woodstock“-Fest zu einer Rock-Party, die die gut 1500 Ohrenzeugen so schnell nicht vergessen werden.

Gemächlicher Auftakt

Allerdings wollte das von dem Bedburger Musiker Dieter Kirchenbauer organisierte Freiluft-Spektakel, bei dem dank Sponsorenhilfe freier Eintritt gewährt werden konnte, zunächst nicht recht in Gang kommen. Ganz allmählich nur füllte sich am Nachmittag die Wiese, und auch musikalisch wurde zumindest quantitativ zunächst auf Sparflamme gekocht. Olaf Boles, Rüdiger Warnecke, Konradin von Wershofen und einige andere Musiker aus der regionalen Szene kamen für kurze Solo-Auftritte auf die Bühne oder wanderten mit ihren Akustik-Klampfen im Stile von Folk-Barden durchs Publikum. Zwischendurch gab's immer wieder längere Pausen.

Ein gemächlicher Auftakt war angekündigt worden, aber manche empfanden ihn als zu langatmig und gingen wieder. Doch die meisten Besucher machten es sich einfach auf ihren mitgebrachten Decken bequem und genossen Sonnenschein, kühle Getränke und die entspannte Atmosphäre. Und nach und nach wurde es immer voller. Familien mit Kindern, tüchtig bechernde Jugendcliquen, Ehepaare in den besten Jahren und in Ehren ergraute Altrocker bildeten eine kunterbunte Gästeschar. Der gemeinsame Nenner: Woodstock. So hatten sich denn auch nicht wenige Besucher hippiemäßig gestylt: Halsketten mit Peace-Zeichen, Blumenkränze, abgeschnittene Jeans und Blusen mit bizarren Batik-Mustern standen hoch im Kurs. Auch Christoph Jäger aus Bergheim erschien zur Feier des Woodstock-Tages in Jesus-Latschen und Jeans mit Schlag: „Ich war damals noch in der Grundschule und habe vom Festival natürlich nichts mitbekommen. Aber als später die Platten und der Film kamen, sind wir irgendwie alle ein bisschen zu Hippies geworden. Dieses flippige Love-and-Peace-Gefühl hat uns total fasziniert - und natürlich die Musik“, erzählte der heute 49-Jährige. „Heute bin ich hier, um mal wieder einen kleinen Trip in meine wilden Jahre zu unternehmen.“

Starke Show

Ü-40-Verteter bildeten das Gros des Publikums, doch es waren auch viele jüngere Leute da - etwa der 19-Jährige Gitarrist Frederik Welsing, der mit der der Nachwuchsband „Fett Five“ im Vorprogramm das erste Ausrufezeichen setzte. Es gab Coversongs unter anderem von Cream und Ten Years After. „Das ist einfach die geilste Musik. Auch wir jungen Leute können mit dem Begriff Woodstock etwas anfangen. Jeder weiß, was da abgegangen ist. Es muss toll gewesen sein.“

Toll war auch, was von 20 Uhr bis Mitternacht auf der Bühne in Bergheim abging. Rund um eine „Basis-Band“ mit Dieter Kirchenbauer und Michael Rick (Gitarre, Gesang), Lithi Philavanh (Bass), Holger Diefendahl (Keyboards) sowie Michael Andy Roderigo und Guido Meyer (Schlagzeug) bildeten rund 30 Profi- und Amateurmusiker aus der Region immer neue Formationen, die mit teils hochklassigen Interpretationen von fast 40 legendären Woodstock-Songs auftrumpften.

Highlights waren der Janis-Joplin-Block mit der Bergheimer Sängerin Angela Hübner, die Who-Nummern von „Thin Crow“-Frontmann Michael Dorp, die Hendrix-Hommage des Münchner Gitarristen Peter Heichele und die jazzige „Spinning-Wheel“-Interpretation der Bedburger Naus-Geschwister. Auch einige Bergheimer Musik-Urgesteine wie Schobbe Voihs, Uwe Ulbrich, Roger Weitz und Wolfgang Härtel trugen ihr Scherflein zum Gelingen der Show bei. Und spätestens als der stimmgewaltige Kerpener Sebastian Siebel Joe Cockers „With A Little Help from my friends“ in den Nachthimmel schrie, war Woodstock endgültig in Bergheim angekommen.

Mehr Bilder im Internet

www.ksta.de/rhein-erft-bilder



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige



Alte Liebe rostet nicht


Bildergalerien


Extra


Hintergrund


KSTA.de

Ausbildung in Serie


Top-Links (Anzeige)


WAS.WANN.WO.


Neue ksta.tv-Videos aus der Region


Mein ksta.de



Serie


Extra


Glosse


Junge Zeiten



Lokalsport


Stadtmenschen Community


HINTERGRUND


Dienste