Schriftgröße

Wesselinger Historie

Einer überlebte im Mini-Bunker

Von Tobias Christ, 18.06.09, 18:15h

Die Geschichte der Firma „Pohlig-Heckel-Bleichert“ wird bis zu ihrer Schließung 1979 aufgearbeitet. Zuvor wurden dort Seilbahnen gebaut und in die ganze Welt geliefert. Etwa nach Rio und Hong Kong.

Bild vergrößern
Die Geschichte des „Einmannbunkers“ im Rheinpark machen die Mitglieder des Vereins für Orts- und Heimatkunde in ihren aktuellen „Heimat- und Geschichtsblättern“ zum Thema. BILD:CHRIST
Bild verkleinern
Die Geschichte des „Einmannbunkers“ im Rheinpark machen die Mitglieder des Vereins für Orts- und Heimatkunde in ihren aktuellen „Heimat- und Geschichtsblättern“ zum Thema. BILD:CHRIST
Wesseling - Wer sich schon einmal gefragt hat, was es mit dem rundlichen Betongebilde im Rheinpark auf sich hat, sollte in der neuen Ausgabe der „Wesselinger Heimat- und Geschichtsblätter“ nachschlagen. Nach einjähriger Pause hat der Wesselinger Verein für Orts- und Heimatkunde wieder Interessantes aus der Wesselinger Vergangenheit aufbereitet.

Zum Beispiel die Geschichte des „Einmannbunkers“ gegenüber der Schiffsanlegestelle an der ehemaligen Wasserschutzpolizei. Im Zweiten Weltkrieg wurden derartige Betonkapseln als schneller Schutz bei Überraschungsangriffen aufgestellt. Laut den Geschichtsblättern ist der Begriff Einmannbunker allerdings irreführend, denn selbst in kleineren Bunkern hätten bis zu drei Personen Platz. Nach Kriegsende forderten die Alliierten, alle Luftschutzbauten zu zerstören. Wegen ihrer großen Zahl blieben einige Bauten allerdings stehen, so auch der Wesselinger.

Wer den mittlerweile unzugänglichen Betonbau genutzt hat, ist laut Autorin und Vereinsvorsitzender Ilse Schellschmidt nicht eindeutig nachzuweisen. 1942 soll er von der „Reederei Braunkohle“ aufgestellt worden sein - als Zuflucht für die Schiffer. 1944 sei der Ernstfall eingetreten, schreibt Schellschmidt: Ein Frachtschiff sei beschossen worden, der Kapitän habe den Angriff im Einmannbunker überlebt.

Erhellendes fördert Petra Lohr auch über den 1842 geborenen Ingenieur Julius Pohlig zutage. An der heutigen Brühler Straße in Berzdorf ließ Pohlig 1901 eine „Eisen-Konstruktionswerkstatt“ errichten, in der Drahtseilbahnen für die Personenbeförderung und für die Industrie gefertigt wurden. Aus dem Hause „Pohlig-Heckel-Bleichert“ stammte zum Beispiel die 5,3 Kilometer lange Bahn der Brühler Zuckerfabrik, in Hongkong errichtete Pohlig 1908 für die englische Regierung die erste „reine Personen- Drahtseilbahn“. Pro Stunde konnten damit 100 Arbeiter befördert werden. Für Ausflügler entstand wenige Jahre später auch in Rio de Janeiro eine Drahtseilbahn. Am 31. März 1979 wurde das nicht mehr rentabel arbeitende Berzdorfer Werk geschlossen. Weitere Artikel beschäftigen sich mit Josef Giesen, Freund Konrad Adenauers und Besitzer des Urfelder Marienhofs, oder dem vor 60 Jahren eröffneten Lebensmittel-Geschäft Linnartz.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige



Alte Liebe rostet nicht


Bildergalerien


Extra


Hintergrund


KSTA.de

Ausbildung in Serie


Top-Links (Anzeige)


WAS.WANN.WO.


Neue ksta.tv-Videos aus der Region


Mein ksta.de



Serie


Extra


Glosse


Junge Zeiten



Lokalsport


Stadtmenschen Community


HINTERGRUND


Dienste