Von Tobias Christ, 18.06.09, 18:15h
Zum Beispiel die Geschichte des „Einmannbunkers“ gegenüber der Schiffsanlegestelle an der ehemaligen Wasserschutzpolizei. Im Zweiten Weltkrieg wurden derartige Betonkapseln als schneller Schutz bei Überraschungsangriffen aufgestellt. Laut den Geschichtsblättern ist der Begriff Einmannbunker allerdings irreführend, denn selbst in kleineren Bunkern hätten bis zu drei Personen Platz. Nach Kriegsende forderten die Alliierten, alle Luftschutzbauten zu zerstören. Wegen ihrer großen Zahl blieben einige Bauten allerdings stehen, so auch der Wesselinger.
Wer den mittlerweile unzugänglichen Betonbau genutzt hat, ist laut Autorin und Vereinsvorsitzender Ilse Schellschmidt nicht eindeutig nachzuweisen. 1942 soll er von der „Reederei Braunkohle“ aufgestellt worden sein - als Zuflucht für die Schiffer. 1944 sei der Ernstfall eingetreten, schreibt Schellschmidt: Ein Frachtschiff sei beschossen worden, der Kapitän habe den Angriff im Einmannbunker überlebt.
Erhellendes fördert Petra Lohr auch über den 1842 geborenen Ingenieur Julius Pohlig zutage. An der heutigen Brühler Straße in Berzdorf ließ Pohlig 1901 eine „Eisen-Konstruktionswerkstatt“ errichten, in der Drahtseilbahnen für die Personenbeförderung und für die Industrie gefertigt wurden. Aus dem Hause „Pohlig-Heckel-Bleichert“ stammte zum Beispiel die 5,3 Kilometer lange Bahn der Brühler Zuckerfabrik, in Hongkong errichtete Pohlig 1908 für die englische Regierung die erste „reine Personen- Drahtseilbahn“. Pro Stunde konnten damit 100 Arbeiter befördert werden. Für Ausflügler entstand wenige Jahre später auch in Rio de Janeiro eine Drahtseilbahn. Am 31. März 1979 wurde das nicht mehr rentabel arbeitende Berzdorfer Werk geschlossen. Weitere Artikel beschäftigen sich mit Josef Giesen, Freund Konrad Adenauers und Besitzer des Urfelder Marienhofs, oder dem vor 60 Jahren eröffneten Lebensmittel-Geschäft Linnartz.
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