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Baustelle

Bunker in fünf Metern Tiefe entdeckt

Von Tobias Christ, 12.05.09, 18:11h

Statt ursprünglich 18 sollen nun 23 Einfamilienhäuser entstehen. Die Bauarbeiten haben sich verzögert, weil allerlei Relikte aus vergangenen Zeiten auf dem designierten Baugebiet gefunden worden sind.

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So soll der Gewerbehof spätestens Ende 2010 aussehen. Im Vordergrund ist die sanierte ehemalige Lederfabrik zu sehen, GRAFIK:ARCHITEKT PETER SODERMANNS
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So soll der Gewerbehof spätestens Ende 2010 aussehen. Im Vordergrund ist die sanierte ehemalige Lederfabrik zu sehen, GRAFIK:ARCHITEKT PETER SODERMANNS
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Auf dem Grundstück zwischen Kelten- und Gotenstraße haben die Bauarbeiten für ein Neubaugebiet neben dem Gewerbehof begonnen. BILD: CHRIST
Wesseling - Mit Verspätung haben die Bauarbeiten auf dem Grundstück zwischen Keltenstraße und Gotenstraße im Wesselinger Zentrum begonnen. Auf dem 4500 Quadratmeter großen Areal sollen Einfamilienhäuser entstehen, außerdem wird der angrenzende Gewerbehof saniert. Ursprünglich sollten die Bagger schon im Februar anrollen. Archäologische Grabungen hätten die Planungen jedoch durchkreuzt, so Architekt Peter Sodermanns: „50 Prozent der gesamten Fläche mussten abgeschürft werden.“ Dabei seien Gefäße und Scherben aus der Römerzeit gefunden worden. Laut Dr. Michaela Aufleger vom Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland handele es sich um Beigaben für ein römisches Grab, die in einer so genannten Beigabennische gefunden worden seien. Die Stücke seien aber „nicht sonderlich spektakulär“.

Für zusätzliche Arbeit habe auch ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gesorgt. Das aus zwei acht Meter langen Betonröhren bestehende Bauwerk sei in fünf Metern Tiefe entdeckt worden, so Sodermanns. Entfernt worden sei jedoch nur die Hälfte des Bunkers, die die Bauarbeiten behindert hätte.

Trotz der unvorhergesehenen Erdarbeiten werde der Zeitplan für das Bauvorhaben nicht durcheinandergebracht, sagte Sodermanns. In zwei Bauabschnitten sollen insgesamt 23 Einfamilienhäuser entstehen. Das ursprünglich an der Gotenstraße geplante Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen sei aufgrund mangelnder Nachfrage „gestorben“. Stattdessen entstehen nun fünf zusätzliche Einfamilienhäuser. Mehr als 60 Prozent davon sind laut Sodermanns bereits verkauft. Aus der Politik war in der Vergangenheit Kritik an den „handtuchgroßen“ Grundstücken geäußert worden. Weil es keinen Bebauungsplan gibt, existieren jedoch keine konkreten Bauvorschriften.

Mit den Erlösen aus dem Neubaugebiet, das von einer zentralen Holzpelletheizung versorgt werden soll, will die Eigentümerfamilie die Sanierung des Gewerbehofs finanzieren. Das Gebäude der ehemaligen Lederfabrik aus dem 19. Jahrhundert soll aufwendig werden. Die Halle wird zum Teil abgebrochen, die Fassade erhält Glasanbauten. Aus Glas und Stahl soll auch das Geschoss bestehen, das anstelle des jetzigen Satteldachs geplant ist. Ob das Gebäude später für gewerbliche Zwecke oder als Wohnhaus genutzt wird, steht laut Sodermanns noch nicht fest.

Bevor die alte Lederfabrik saniert wird, steht jedoch der Bau einer 2000 Quadratmeter großen Halle für kleine und mittlere Betriebe nahe der Gotenstraße auf dem Programm. Dort sollen künftig fast alle Betriebe des Gewerbehofs einziehen. Für weitere Dienstleistungsbetriebe soll laut Sodermanns ebenfalls genug Platz sein. Die alten Hallen werden für den Neubau abgebrochen. Der Architekt ist zuversichtlich, dass es nun zügig vorangeht: „Bis Ende 2010 soll das ganze Programm abgeschlossen sein.“



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