Von Horst Komuth, 06.04.09, 19:21h, aktualisiert 07.04.09, 10:00h
Vor kurzem lief noch ein Anrufbeantworter, ohne einen Rückruf anzukündigen. Inzwischen ist die Nummer überhaupt nicht mehr geschaltet. Auch die Homepage des Schlosses kann man im Internet nicht mehr aufrufen.
Bürgermeister Ernst-Dieter Bösche ist verärgert: „Das ist ein Unding. So kann man nicht mit den Bürgern umgehen. Dort fehlt ein professionelles Management. Wenn man die Bude dichtmacht, teilt man das auch mit und wickelt die Sache ordentlich ab.“ Die Stadt habe jedoch keine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, da das Schloss in Privatbesitz sei. Das Anwesen gehöre Mitgliedern der Kelly-Familie und diese Besitzverhältnisse machten auch eine Vermarktung des Gebäudes so schwierig, glaubt der Gymnicher Ortsbürgermeister Kurt Kukla. Ganz verschlossen waren Schloss und Park in den letzten Tagen jedoch nicht. Die Zufahrt stand offen. Dort fanden einige Tage lang Filmaufnahmen für eine Krimiserie statt. Bis Ende Juni sind in dem Schloss laut Stadtverwaltung immerhin noch 16 Trauungen geplant. Eine Mitarbeiterin des Schlosses habe versichert, dass die Termine auch stattfinden könnten. Für den Partyservice müssten die Hochzeitspaare allerdings selbst sorgen.
Nicht erreichbar
Joey Kelly war für eine telefonische Auskunft nicht erreichbar. Und Robert Schwienbacher, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Schlosses, sagte zu, sich über den aktuellen Sachstand kundig zu machen und Auskunft zu geben.
Während es auf Schloss Gymnich still wird, wird demnächst wohl auf Burg Satzvey im benachbarten Mechernich (Kreis Euskirchen) neues gastronomisches Leben einkehren. Karin Vogt, die bislang Veranstaltungen auf Schloss Gymnich koordiniert hatte, kündigte eigenen Angaben zufolge in der „Schloss Gymnich Erleben und Genießen GmbH“ zum Ende dieses Monats. Sie wolle zum 17. April in der alten Taverne der Burg das Restaurant „Zum Kreuzritter“ eröffnen. Mit Biergarten und Tagungsmöglichkeiten für bis zu 40 Personen.
Mit zahlreichen Angeboten und Veranstaltungen war versucht worden, Leben ins Schloss Gymnich zu bringen. Auch fanden dort Konzerte großer Künstler, wie Chris de Burgh oder Udo Jürgens statt. Negativ in die Schlagzeilen geraten war das Schloss, als im Dezember 2006 ein vierjähriges Mädchen vom herunterstürzenden Ast eines Baumes im Schlosspark erschlagen worden war.
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