Von Anja Musick, 11.01.09, 18:39h, aktualisiert 11.01.09, 18:41h
Schließlich hatten sie sich alle auf der Bühne eingefunden: Dreigestirn, Prinzenführer Karl Mattheis, Funken, Musikzug und Jugendmusikzug der Karnevalsgesellschaft Fidelio. Es bot sich ein prachtvolles Bild: Die Ornate schimmerten eindrucksvoll, die Uniformen saßen perfekt und die Blasinstrumente blitzten im Scheinwerferlicht.
Sichtlich beeindruckt führte dann auch Bürgermeister Wilfried Effertz die Proklamation durch. Froh, die kommunalpolitischen Sorgen wenigstens in der fünften Jahreszeit einmal los zu werden und die Verantwortung für die finanziellen Geschicke auch einmal abgeben zu dürfen, übergab der Bürgermeister den Rathausschlüssel und die Insignien der Macht den närrischen Herrschern.
Die blieben angesichts dieser Machtfülle erstaunlich gelassen. Vielleicht haben sie ja ihr Motto wie ein Mantra ständig aufgesagt und damit ihre geistigen Kräfte stabilisiert? „Mir han et Hätz om rechte Fleck, fiere Fastelovend met jedem Jeck“, heißt es - nachzulesen auf dem diesjährigen Sessionsorden. Der zeigt außerdem die Elsdorfer Pfarrkirche.
Apropos Kirche: Der langjährige Pfarrer Rainer Kalina wurde schmerzlich vermisst. Der Name des Mannes, der vor ein paar Monaten die Gemeinde verließ, fiel an diesem Abend öfters. Der ausgewiesene Karnevalsjeck feierte nämlich immer mit zuverlässig guter Laune an der Seite seiner Gemeindemitglieder. Ob der neue Pfarrer in der närrischen Zeit diese Lücke schließen kann, bleibt abzuwarten. Die närrischen Fußstapfen, die Kalina hinterlassen hat, sind ziemlich groß.
Gut, dass die närrischen Herrscher mit ihren elf Geboten zuverlässige Regeln aufgestellt haben. Die bieten Orientierung in diesen stürmischen Zeiten. Täglich werde die Uhr um elf Uhr angehalten, heißt es darin etwa. Um elf Uhr machten auch die Schulen dicht. Denn alle sollten Zeit zum Feiern haben.
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