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Regielegende David Lynch in Brühl

Vorbesichtigung im Museum

Von Frank Uwe-Orbons, 28.09.08, 17:41h

Fast war es wie bei einem absurden Theaterstück à la „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ von Thomas Bernhard. Denn was am frühen Samstagnachmittag im Brühler Max-Ernst-Museum vor sich ging, machte auch der Kunst desjenigen, der im Zentrum des Interesses stand, alle Ehre.

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David Lynch wurde von Direktor Dr. Achim Sommer (im Hintergrund) und Max Ernst Experte Werner Spies (r.) durchs Museum geführt. BILD: ORBONS
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David Lynch wurde von Direktor Dr. Achim Sommer (im Hintergrund) und Max Ernst Experte Werner Spies (r.) durchs Museum geführt. BILD: ORBONS
Brühl - Der amerikanische Filmregisseur David Lynch, berühmt durch seine postmodernen, dekonstruktivistischen Film-Meisterwerke wie „Der Elephantenmensch“, „Blue Velvet“, „Twin Peaks“ oder „Mulholland Drive“ mit ihrem subtilen Horror besuchte das Museum und wurde dabei von zahlreichen Foto- und Fernsehkameras begleitet. Lynch zur Seite standen mit Museumsdirektor Dr. Achim Sommer, dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Jürgen Pech auch der renommierte Kunsthistoriker, Kurator und Publizist Werner Spies, einem der größten Kenner des Werkes Max Ernsts. Gemeinsam betrachtete man die derzeitige Ausstellung und jede Äußerung des amerikanischen Filmemachers, der auch auf ein fundiertes Studium der Kunst an der Pennsylvania Academy of Fine Arts zurückblicken kann, landete in den Notizblöcken der Journalisten. Jenes Bild findet Lynch „wonderful“, ein anderes „interesting“, eine Skulptur oder „lovely“.

Warum der Künstler kurzfristig die Schlossstadt besuchte, nachdem er am Morgen eine Ausstellung mit eigenen Fotoarbeiten im Düsseldorfer Epson Kunstbetrieb eröffnete, wurde dann auch deutlich. Dr. Achim Sommer lüftete das Geheimnis, dass im Herbst 2009 eine Ausstellung mit Werken Lynchs im Max-Ernst-Museum geplant sei. Laut Sommer geht es insbesondere um das Auffinden zeitgenössischer Parallelen zum Werk des Surrealisten Ernst. Lynch weise diese mit seinen surrealistischen Bildwelten auf. Eine Mischung aus Video-Installationen der Kurzfilme Lynchs und seinen Bildwerken sei denkbar. Auch Max Ernst bediente sich des Mediums Film, so als Darsteller in dem noch immer umstrittenen Film „Das goldene Zeitalter“ des Spaniers Luis Bunuel.

Als Begrüßungsgeschenk überreichte Spies einen imposanten Schuber mit seinen eigenen Gedanken zur Entwicklung der Kunst von der Vormoderne bis zur Moderne.

Die knapp 4500 Seiten werden Anfang Oktober als „Auge und Wort“, Band 1-10, veröffentlicht.



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