Von Susanne Neumann, 10.09.08, 17:08h
Und bei Arens ist das Wasser von Köln nicht nur der Rhein, dessen kulturhistorische Bedeutung er zum Beispiel mit Hilfe des Dichters und Humanisten Francesco Petrarca (1304-1374) oder Heinrich Heines (1797-1856) zu ergründen sucht. Arens widmet auch dem „Eau de Cologne“ als Schnapsersatz ein heiteres Kapitel.
An anderer Stelle erinnert Arens an die Bedeutung des Hürther Duffesbachs für das frühe Kölner Handwerk, die sich noch heute in Straßennamen wie „Filzgraben“ oder „Mühlenbach“ wiederfindet. Arens' sprachgewandt und in ausgefeilter Grammatik formulierten Beiträge erforderten die ganze Aufmerksamkeit seiner Zuhörer, wollten sie die Pointen nicht verpassen. Dank seines fröhlichen Vortrags und seiner engagierten Intonation gelang es ihm jedoch jederzeit, das Publikum zu fesseln.
Fesselnd und anstrengend zugleich war auch der zweite Teil des Abends. Bis zu jener leichten Übelkeit, die man in der Magengegend empfindet, wenn man seine Augen überfordert, treibt den Betrachter das Kunstvideo „Fluss 2007“ von Norbert Conzen. Der vielseitige Bornheimer Künstler hat Filmaufnahmen von Flüssen per digitaler Bildbearbeitung gespiegelt. Bis zu acht Achsen durchziehen die meist mit statischer Einstellung gefilmten Flusslandschaften und Wasserbewegungen und bewirken, dass Schiffe, Enten oder auch Wellen mit sich selbst verschmelzen und in der Mitte des fließenden Bildes verschwinden, wie aus dem Nichts herausbrechen und zu neuen, bewegten Kunstgebilden werden.
Der Strom des Rheins wird mit vertikaler Spiegelung zum Himmel, bizarre symmetrische Muster entstehen. Wenn Conzen in seinen Filmsequenzen vom Nil die Achsen wandern lässt, scheinen sich Teile der Uferböschung und der darauf fahrenden Autos wie auf Kulissen zu bewegen, die hintereinander hin und her geschoben werden. Das so in die Irre geführte Auge sucht selbst dort nach der Spiegelung, wo mal keine ist. Bei anderen Filmsequenzen nimmt man die Spiegelung zunächst gar nicht wahr, zum Beispiel, wenn Conzen aus der Vogelperspektive eine senkrechte Achse in die Mitte des Laufs der Erft legt: Die absolute Symmetrie, in der dadurch die Uferböschungen zueinander liegen, erscheinen auf den ersten Blick natürlich.
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