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Zukunftspraktikum

Kürzere Ferien für den Traumberuf

Von Tobias Christ, 06.08.08, 17:55h

Begeistert überwachen die Schüler chemische Prozesse, während ihre Altersgenossen ins Schwimmbad gehen. Für Hatice Yavus ist das kein Problem, denn sie ist von der Chemie fasziniert.

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Realschülerin Hatice Yavuz haben die „Zukunftsferien“ im Degussa-Evonik-Werk den Blick geschärft: Ihre Lehre zur Chemikantin hat sie nun fest im Visier. BILD:CHRIST
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Realschülerin Hatice Yavuz haben die „Zukunftsferien“ im Degussa-Evonik-Werk den Blick geschärft: Ihre Lehre zur Chemikantin hat sie nun fest im Visier. BILD:CHRIST
Wesseling - Schon beim „Girl's Day“ hat Hatice Yavus den Chemikanten des Wesselinger Evonik-Degussa-Werks über die Schulter geschaut. Das Hantieren mit Computern und chemischen Flüssigkeiten gefiel der Neuntklässlerin der Wesselinger Realschule so gut, dass sie sich nun eine ganze Woche in die Welt der chemischen Prozesse vertieft. Seit Montag steht Hatice im Technikum des Evonik-Ausbildungszentrums und überwacht am Computer die Entstehung von Flüssigkeiten wie Calciumcarbonat oder Calciumsulfat. Am Rechner kann sie die Temperatur der milchigen „Suppen“ überwachen, die in großen Glaskolben vor sich hinköcheln, oder auch deren Zusammensetzung steuern. Hatice macht das sichtlich Spaß. Kein Wunder: In Chemie hat sie eine Eins.

Motivierter bei der Sache

Eigentlich sind die Ausbildungsstätten des Herstellers von Baustoffen, Lacken oder Düngemitteln in den Sommerferien geschlossen. Doch für das Projekt „Zukunftsferien“ haben fünf Ausbilder des Unternehmens ihren Sommerurlaub verkürzt. Seit einigen Wochen stehen sie in den Werkstätten und Laboren, um insgesamt 26 Schülern aus Wesseling und Godorf Einblicke in die Berufsbilder des Chemikanten, des Industrie- und Anlagenmechanikers und des Elektronikers für Automatisierungstechnik zu gewähren. Ein normales Betriebspraktikum ist es nicht. Denn dazu werden die Schüler mehr oder weniger verpflichtet. „Hier sind die Schüler freiwillig“, sagt Ausbildungsleiter Dr. Hans Sachs. Weil sie eine Woche ihrer kostbaren Sommerferien opferten, seien sie motivierter bei der Sache. Außerdem bekommen sie nach ihrem Praktikum ein ausführliches Feedback über ihre fachlichen und sozialen Fähigkeiten.

Keine Frage: Auch das Unternehmen profitiert von den Zukunftsferien: „Wir bekommen zusätzliche Informationen darüber, ob die Schüler zu uns passen oder nicht“, sagt Sachs. Präzisiert wird diese Einschätzung durch einen Eignungstest, den die Mädchen und Jungen absolvieren dürfen. Damit wird vor allem geprüft, ob sie auch in theoretischer Hinsicht für eine Lehre in einem der insgesamt fünf Ausbildungsberufe in Frage kommen.

Die Nachfrage nach den Schnupperkursen überstieg das Angebot bei Weitem. 35 Schüler der Wesselinger Haupt- und Realschulen sowie der Realschule Godorf hätten gern ihre Ferien geopfert. Nur 26 bekamen eine Chance. Laut Hans Sachs kann ein solches Angebot eine wichtige Weichenstellung bedeuten. Schließlich hätten immer mehr Schüler Probleme, sich für einen Beruf zu entscheiden. Einige der Ferien-Praktikanten sind sich nach ihrem einwöchigen Einsatz sicher, einen ganz anderen Weg einschlagen zu wollen. „Auch die sind einen deutlichen Schritt weiter“, so Sachs. Hatice dagegen hat ihren Traumberuf entdeckt. Den Eignungstest zur Chemikantin hat sie fest im Visier.



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