Von Maria Machnik, 17.07.08, 17:27h
Das ist Nicole Rastbichler sehr wohl bewusst. Doch da sie ihr Vorhaben, zur Erinnerung an ihre beste Freundin, die im April 2007 ganz plötzlich gestorben ist, eine 200 Kilometer lange Inline- und Wander-Tour zu machen, schon zweimal verschoben hat, war nun der richtige Zeitpunkt gekommen. „Die Tour hat ein bisschen Aufarbeitungscharakter“, sagt die 33-Jährige.
In Kürze fahren Nicole Rastbichler, ihr Mann Frank (34) und Tochter Eileen (4) mit dem Auto nach Mainz. Dort schnallt sich die Pulheimerin am 31. Juli die Inliner an. Auf vorwiegend asphaltierten Strecken des Rhein-Radweges möchte sie im Schnitt 50 Kilometer pro Tag zurücklegen. Ihr Ziel ist die Kölner Altstadt, wo sie am Sonntag, 3. August, ankommen möchte. Bei Wind und Wetter wird sie sich auf ihren rollenden Schuhen fortbewegen. Ist der Weg nicht ausreichend asphaltiert, wird sie ein Stück wandern. Aufgeben kommt nicht in Frage. „Nö, wo kommen wir denn dann hin?“ Quellen des Ansporns hat Nicole Rastbichler ja auch genug. Da ist einmal der Gedanke an Mann und Tochter. Die beiden fahren Nicole
LEUTE AN
RHEIN UND ERFT
Rastbichler voraus und suchen am neuen Etappenziel eine Unterkunft. Abends erwarten sie die erschöpfte Inlinerin und muntern sie auf.
Da ist auch der Gedanke, die Strecke für einen guten Zweck zurückzulegen. Die Entfernung ist eine Vorgabe aus der Wette. 2002 war es, als die verstorbene Freundin ihre Vermutung kundtat, „ihr zieht in den nächsten zehn Jahren an einen Ort, der mindestens 200 Kilometer von Köln entfernt ist“. Das war für die Rastbichlers, die seit 1993 in der Domstadt lebten und sich dort sehr wohl fühlten, so abwegig, dass Nicole Rastbichler in die Wette einwilligte.
Die Bedingungen waren klar: Wer die Wette verliert, der muss die 200 Kilometer aus eigener Kraft zurücklegen. „Wir wollten, dass man möglichst leidet“, sagt die diplomierte Sozialpädagogin. Außerdem sollte die Verliererin nach der Ankunft in Köln ein Treffen mit gemeinsamen Freunden organisieren. Als die Rastbichlers 2005 nach Pulheim zogen, war klar, dass die Freundin die Wette verloren hatte. Wie geplant einlösen konnte sie sie aber nicht mehr.
Das erledigt nun Nicole Rastbichler. Weil sie dies im Andenken an ihre Freundin, eine „engagierte Sozialpädagogin“, tut, kam der Wohltätigkeitsgedanke ins Spiel. „Sie war immer da, sie hatte immer ein offenes Ohr, für jeden“, und in dem Kinderheim in Eitorf, in dem sie gearbeitet habe, habe sie „mit Leibeskräften“ dafür gekämpft, das es den Kindern gut gehe.
Mit einer Sammelbüchse möchte Nicole Rastbichler sich aber nicht auf den Weg machen. Für ihre Benefiztour wird sie im Freundes- und Bekanntenkreis werben. Das gesammelte Geld wird sie dann Daniela Schumacher-Neßeler zukommen lassen. Die Stommelnerin unterstützt schon seit Jahren Kinder und Jugendliche im afrikanischen Namibia, sie bezahlt für sie das Schulgeld, die Schuluniformen und was sonst noch so anfällt. Was das ist, das erfährt sie, weil sie jährlich in die Nähe der namibischen Hauptstadt Windhoek reist, um mit ihren Kindern in Kontakt zu bleiben und sich vor Ort über „ihr“ Projekt zu informieren. Kontakt:
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